Es war einmal


Wie so vielen Mädchen ging es auch mir. Immer wenn ich ein Pferd gesehen habe, bekam ich große Augen und hatte viele Träume, in denen ich auf einem Pferd saß im Einklang mit der Natur. Das Kennenlernen mit Pferden entsprach so gar nicht diesen Vorstellungen. Mein langer Weg zu dem was ich heute erleben darf.

Wie so vielen Mädchen ging es auch mir. Immer wenn ich ein Pferd gesehen habe, bekam ich große Augen und hatte viele Träume, in denen ich auf einem Pferd saß im Einklang mit der Natur. Sogar wenn ich im Zug saß und in den Ferien zu meiner Oma fuhr hatte ich immer die Vorstellung, dass ein wunderschönes Pferd neben dem Zug herlief und mir dabei vorstellte, wie es über Zäune und Äste sprang. Ein Traum.

 

Das Kennenlernen mit Pferden begann sicher so, wie bei den meisten von uns: man kam auf einen Reiterhof oder Schulbetrieb und wurde in den Stall neben ein Pferd gestellt. Ich weiß nicht wie es dir dabei ging, aber ich hatte immer ein komisches Gefühl einfach dorthin gestellt zu werden - zu lernen, wie man mit dem Striegel vernünftig das Fell bürstet. Anschließend wurde getestet, ob das Pferd auch ja nicht staubt bevor man aufsteigen durfte. Das Aufhalftern, Satteln und Aufsteigen wurde nach Schema F erledigt. Nun ging es in aller Regel erst einmal an die Longe - "Hände über den Widerrist und keinen Zentimeter daneben", "Hacken nach unten" und "durch die Ohren des Pferdes schauen". Zusätzlich zu diesen Anweisungen musste man dann zusehen, dass man die verschiedenen Gangarten irgendwie aussitzt.

 

Was fehlt hier bei dieser Erzählung? Genau - wo wird hier eigentlich über das Pferd gesprochen.  Nach meinen Erfahrungen im klassischen Reitbetrieb wurde mir kein Pferd persönlich vorgestellt, bis auf den Namen und ggf. bestimmte Eigenarten, auf die man achten sollte. Ich stand vor dem Pferd und überlegte immer nur krampfhaft, wie ich was machen muss, um ja nichts falsch zu machen.

 

Schon mein Bauchgefühl sagte mir immer: das ist nicht das, wovon du immer geträumt hast. Nach jahrelangen Versuchen etwas Richtiges für mich zu finden bin ich mit Anfang 30 zum Irishof gekommen und habe Michaela kennengelernt. Hier hieß es dann "Hallo Pferd" und "lass uns ein paar schöne gemeinsame Stunden verbringen".

 

Nicht nur, dass es möglich war einfach auf einem Pferd zu sitzen und in der Brandenburger Natur zu reiten sondern auch der Zugang und die Offenheit der Pferde haben mich immer wieder beeindruckt. Irgendwann kam in mir das Gefühl auf mehr zu tun - noch mehr in den Einklang mit meinem Pferd zu kommen und einige Ängste abzubauen. Also fing ich an, mich mit "Natural Horsemanship" zu beschäftigen. Ich beobachtete die Pferde untereinander und wie diese in verschiedenen Situationen reagieren. Ich bemerkte feinste Änderungen am Pferdekörper, die immer etwas Bestimmtes bedeuteten. Mit einiger Literatur und insbesondere dieser Beobachtungen fing ich an meine Körpersprache einzusetzen - ohne viel Gerede oder Kommandos. Es war so erstaunlich und beeindruckend zu erleben, wie das Pferd anfing sich auf mich einzustellen und mit mir aktiv zu interagieren.  Ich glaube sogar, das Pferd war beeindruckt ;).

 

Die meisten Pferde sind es nicht gewohnt, dass Menschen hinsehen und verstehen. Es ist immer das Pferd, das den Menschen verstehen muss. Und wenn es etwas falsch versteht, dann wird es in der Regel dafür sanktioniert. Ich musste immer wieder schmunzeln, als mein Pferd anfing zu denken und mich mit offenen Augen anzuschauen - von wegen "du verstehst mich ja". Das ist eines der schönsten Gefühle. Ich habe seit diesem Anfang so vieles erreicht mit meinem Pferd zusammen und dabei viel über mich erfahren. Das ist genau dieser Einklang, den ich bisher immer vermisst habe.

 

Darüber möchte ich auf diesen Seiten berichten und das Wissen und die Erfahrungen weitergeben. Es sollte für jeden Pferdefreund DIE Erkenntnis im Reiterleben sein und der Anfang von ganz Vielem. 


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