Die Persönlichkeit meines Pferdes


Auch am Pferdegesicht kann man Charaktereigenschaften erkennen. Mit Begeisterung habe ich das entsprechende Buch von Linda Tellington-Jones gelesen. Nach dem Lesen guckt man seine Pferde mit einer ganz anderen Sichtweise an. Und Tatsache – es stimmt! 

Ich habe festgestellt, dass es schon fast eine Wissenschaft ist, am Gesicht des Pferdes den Charakter zu beurteilen. Sicher ist da was dran, die Vererbung bestimmter Eigenschaften eines Pferdes ist ja menschengemacht. In einigen „Einsatzgebieten“ eines Pferdes war es zum Beispiel nützlich, dass es besonders temperamentvoll und mutig ist oder in der Landwirtschaft sollte das Pferd stark an Nerven und kräftig sein. Daher ist es wenig verwunderlich, dass ein Rennpferd einen sehr sehnigen Kopf, ausgeprägte Nüstern und große Augen hat. Denn alles das braucht es körperlich, um schnell und ausdauernd sein zu können. Linda hat diese und ähnliche Merkmale ziemlich ausführlich aufgeschlüsselt und selbst Hubbeln und Höckern sowie Haarwirbeln eine Bedeutung zugeschrieben.

 

Der Charakter eines Pferdes und seine körperliche Beschaffenheit kann durch gemeinsame Arbeit beeinflusst werden. Beobachte dein Pferd genau und vor allem auch ein sich veränderndes Umfeld.

 

Mit Interesse habe ich schon Diskussionen gelesen, bei denen Pferdebesitzer von der Veränderung von Haarwirbeln berichtet haben, nachdem sie z.B. mit Clickertraining oder Bodenarbeit das Selbstbewusstsein ihrer Pferde beeinflusst haben. Also wurde durch solch eine Arbeit mit dem Pferd nicht nur das Verhalten des Pferdes verändert sondern auch die körperliche Beschaffenheit. Mal abgesehen davon, dass Bodenarbeit natürlich immer die körperliche Aufbauarbeit sein sollte stärkt es die Bindung zwischen Mensch und Pferd und kann einen Einfluss auf die gesamte Pferdeherde haben.

 

Kann eine genaue körperliche Analyse von Gesicht und Körperbau eine Kaufentscheidung beeinflussen?

 

Diese Frage hab ich mir schon gestellt. Wenn man einem fremden Pferd gegenüber steht, hilft die Beurteilung dabei auf den kompletten Charakter zu schließen? Sicherlich ist das nur zum Teil zutreffend, denn ganz wichtig ist der Umgang mit dem Pferd. Durch gemeinsame Arbeit und verschiedenen Umgangs- und Entspannungstechniken kann man (schlechte) Eigenschaften, die dem Pferd anscheinend schon in die Wiege gelegt wurden, positiv beeinflussen. Aber die Beurteilung hilft ungemein dabei zu wissen, was einem bei diesem Pferd erwarten kann. Bei Menschen ist es nicht anders – erkennt man doch am Gesicht und den Gesichtszügen, ob der Mensch lustig und aktiv durchs Leben geht oder ein eher in sich gekehrter depressiver Mensch ist. Haben nicht auch wir Sorgenfalten (=Wirbel) im Gesicht? Und klar, wenn ein Mensch immer nach unten guckt, weil er vom Leben enttäuscht wurde, hat automatisch irgendwann diesen entsprechenden Gang. Warum sollte das bei einem Pferd anders sein?

 

Körperliche Beschaffenheit führt automatisch zu bestimmten Verhaltensweisen.

  

Ein Senkrücken oder ein kurzer Hals beeinflusst das Verhalten zwangsweise. Ein kurzer Hals bei einem Pferd hat automatisch zur Folge, dass es sich gegen die Versammlung beim Reiten wehren wird sobald diese zu stark einschränkt. Ein Senkrücken kann Rückenschmerzen verursachen, wenn dauerhaft ein falscher Sattel benutzt wird. Es ist daher immer wichtig bestimmte Verhaltensweisen zunächst aufgrund körperlicher Dis-Balancen zu beurteilen. Das Pferdegebäude ist nicht immer perfekt – beobachte alles angefangen vom Hals, von der Beinstellung vorn und hinten bis hin zum Rücken und zur Schweifhaltung. 


Meine Buchempfehlung zu diesem Thema:


Linda Tellington-Jones und Sybil Taylor

- Die Persönlichkeit Ihres Pferdes -


Die Kunst, Charakter und Temperament Ihres Pferdes zu bestimmen und positiv zu beeinflussen


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